Verstopfung (Obstipation) und was man dagegen tun kann!

Es ist ein unangenehmes Thema unter dem im Laufe des Lebens fast alle Menschen leiden. Keine Sorge, es gibt eine Menge Hausmittel, die auf natürliche und schonende Weise die Verdauung in Schwung bringen und Abhilfe bei Verstopfung schaffen.

 

Was hilft bei Verstopfung?

Für viele Menschen ist der Weg zur Arzt und die Einnahme von Medikamenten der erste Reflex, wenn sie Anzeichen einer Verstopfung bemerken. Während es jedenfalls wichtig ist frühzeitig zum Arzt zu gehen und nicht erst wenn eine Erkrankung bereits ein chronisches Stadium erreicht hat, muss nicht immer gleich die medizinische Keule her. Um unsere eigene Gesundheit langfristig zu erhalten, ist es auch wichtig sich nicht bei der kleinsten Unpässlichkeit einen Cocktail an Medikamenten verschreiben zu lassen. Verschreibungspflichtige Medikamente kommen oft mit starken Nebenwirkungen und können die selbstregulierenden Kräfte in unserem Körper aus dem Gleichgewicht bringen.

Wir alle haben nur einen Körper und sollten daher gut auf ihn hören. Daher haben wir hier eine Liste mit den gängigen Hausmitteln, die auf schnelle und auf natürliche Weise Abhilfe bei Verstopfung schaffen.

Ernährung

Insgesamt gilt eine ballaststoffreiche Ernährung als ausgezeichnetes Mittel zur Vorbeugung gegen und Behandlung von Verstopfungen. Ein paar besondere Wundermittel sind:

Trinken

Um die Darmtätigkeit anzuregen ist es wichtig ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Als Faustregel sollte man sich vornehmen mindestens mind. 2 bis 3 Liter pro Tag zu trinken. Besonders geeignet für Menschen mit Verstopfung sind etwa:

Gewürze

  • Anis
  • Chili. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag Chili gegen Verstopfung
  • Curry
  • Curry ist 
  • Dill
  • Fenchelsamen. Lesen Sie dazu auch Fenchel gegen Verstopfung
  • Koriander
  • Kümmel (vor allem bei Blähungen beliebt)
  • Liebstöckel
  • Petersilie
  • Tamarinde
  • Zimt

Lesen Sie mehr über die Besten Gewürze gegen Verstopfung

Bewegung & Massagen

Warme Auflagen

  • Heublumensäckchen
  • Kirschkernkissen
  • Dinkelkissen

Über warme Auflagen haben wir auch eine  kurzen Artikel verfasst. Lesen Sie doch Warme Auflagen gegen Verstopfung

Toilettenhocker

Die richtige Sitzposition auf der Toilette kann die Darmentleerung erleichtern und damit von Verstopfung Betroffenen Linderung bringen. Durch einen Toilettenhocker zum Hochstellen der Beine entlastet man den Körper, die Druck den man beim Pressen aufbaut verringert sich. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, dann lesen Sie doch unseren Artikel Toilettenhocker und die natürliche Sitzposition

Salze

Salze sind zwar keine Hausmittel im engeren Sinn, werden aber schon seit langer Zeit zur Behandlung von Verstopfung eingesetzt. 

Rezepte gegen Verstopfung

Ein paar Rezepte zum Nachkochen, welche bei Verstopfung helfen können, gibt es hier. Ein paar meiner Favoriten finden sind:

Wer jetzt nicht gleich Kochen oder viel zubereiten möchte, der kann sich auch von Omas Trickkiste gegen Verstopfung inspirieren lassen. 

Was bedeutet Verstopfung

Verstopfung wird in der Medizin auch als Obstipation bezeichnet. Die Verstopfung ist ein Zustand bei dem die Regelmäßigkeit der Darmentleerung gestört sind. Obwohl der Stuhlrhythmus von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, spricht man üblicherweise von Verstopfung, wenn man weniger als drei Stuhlgänge pro Woche hat. Weitere Kennzeichen sind Anstrengungen beim Stuhlgang wie beispielsweise besonders starkes Pressen, ein harter oder klumpiger Stuhl sowie ein Gefühl der unvollständigen Darmentleerung.

Bei der Verstopfung handelt sich dabei um eine Zivilisationskrankheit, die häufig durch unseren modernen Lebensstil hervorgerufen wird. Dabei ist die Lebensqualität der an Verstopfung leidenden Menschen teilweise stark eingeschränkt. Verstopfung kann durch viele unterschiedliche Gründe hervorgerufen werden. Meist ist es nicht ein einziger Grund, sondern eine Vielzahl an Faktoren, welche die Verstopfung begünstigen, wie etwa:

  • ungünstige Ernährungsgewohnheiten (zu viel Fastfood oder zu wenige Ballaststoffe)
  • zu wenige Flüssigkeiten
  • Bewegungsmangel
  • Krankheiten (manchmal können das auch Krankheiten sein, die vordergründig nichts mit dem Magen-Darmtrakt zu tun haben)
  • Stress und psychosomatische Probleme
  • Hormonelle Veränderungen
  • Nebenwirkungen durch die Einnahme von Medikamenten

Weitere weniger bekannte Faktoren, die aber praktisch nicht in der Selbstdiagnose ohne einen Arzt zu erkennen sind, sind beispielsweise:

  • Kaliummangel
  • Probleme der Schilddrüsenfunktion
  • Tumore
  • etc.

Wie oft sollte man Stuhlgang haben?

Nur weil man nach der obigen Definition keine Verstopfung hat, bedeutet das noch nicht, dass man eine “optimale” Darmentleerung hat. Die Defäkationsstörungen sind wissenschaftlich nicht so gut untersucht wie man meinen sollte, aber ein paar gute Hinweise erhalten Sie im Aritkel Wie oft sollte man Stuhlgang haben?

Arten der Verstopfung

Man unterscheidet grob zwischen zwei Formen der Verstopfung:

  • Akute Verstopfung
  • Chronische Verstopfung

Akute Verstopfung

Die akute Verstopfung kann – wie der Name schon sagt – sehr spontan und kurzfristig auftreten. Eine akute Verstopfung tritt relativ rasch auf, sprich innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen. Auch wenn das den meisten Betroffenen gar nicht bewusst ist, tritt eine akute Verstopfung in den meisten Fällen als Reaktion auf veränderte Lebensumstände auf, etwa Bewegungsmangel, veränderte Ernährung oder zu wenig Flüssigkeitszufuhr.

Eine spezifische Formen der Verstopfung ist auch die so genannte Reise-Obstipation, die durch den “Stress” einer Reise (Umstellung des Tagesablaufs, andere Zeitzone, etc.) oder die Ernährungsumstellung, die mit der Reise einhergeht hervorgerufen wird. Falls Sie Sorge oder unangenehme Erfahrungen mit Reiseverstopfung haben, lesen Sie doch auch Hausmittel gegen Verstopfung im Thailand Urlaub. Die Tipps dort lassen sich teilweise auch für andere asiatische und südamerikanische Länder umlegen.

Chronische Verstopfung

Von einer chronischen Verstopfung spricht man, wenn sich die Verstopfung über einen längeren Zeitraum entwickelt – üblicherweise geht man hier von mehr als 6 Monaten aus. Diese chronische Verstopfung ist für die Betroffenen besonders belastend. Eine gefährliche Komplikation, die vermehrt bei chronischer Verstopfung auftritt, ist die Divertikulitis.

In welchen Lebensphasen tritt Verstopfung vermehrt auf?

Verstopfung kann, wie wohl schon klar geworden ist, prinzipiell in jedem Alter und jeder Lebensphase auftreten. Man kann aber nichts desto trotz Lebensphasen ausmachen in denen Menschen immer wieder über Verstopfung klagen. Das sind konkret:

  • Höheres Alter: In diesem Fall lässt sich das häufig auf die mangelnde Bewegung und geringe Flüssigkeitszufuhr zurückführen. 
  • Schwangerschaft: Durch die hormonellen Veränderungen in der Schwangerschaft kann es häufig zu Problemen bei der Verdauung führen.
  • Babys: Vor allem in der Phase in der Babys von der Muttermilch oder Flüssignahrung auf fest Nahrung umgewöhnt werden, sind Beschwerden bei der Verdauung üblich. 

Stuhltagebuch

Wer regelmäßig Probleme mit dem Stuhlgang hat oder das Gefühl hat, dass sein Stuhl nicht regelmäßig kommt, sollte ein Stuhltagebuch führen. In einem Stuhltagebuch oder Stuhlprotokoll wird der Stuhlgang täglich notiert und dokumentiert. Zusätzlich kann man eine Beschreibung der Konsistenz, der Menge und auch der Faktoren, die den Stuhlgang begünstigt haben (Ernährung, Flüssigkeitsaufnahme, Bewegung, etc.) hinzufügen. 

Ein Stuhltagebuch hilft einem selbst bei der Erinnerung an seine eigene Historie. Von besonderer Bedeutung ist ein Stuhltagebuch für Menschen, deren Erinnerung an vorangegangen Stuhlgänge (beispielsweise auf Grund einer Demenzerkrankung) beeinträchtigt ist oder auch bei kleinen Kindern.

Oft ordnen Ärzte auch das Führen eines Stuhltagebuchs an. Sie können dem Arzt die Arbeit auch erleichtern und schon vorab ein Stuhltagebuch führe. Es ist ein gutes Instrument, um einem Arzt eine bessere, faktenbasierte Ausgangslage für die Diagnose zu geben. Wir haben für Sie ein Stuhltagebuch zum Download vorbereitet. Sollte Ihr Arzt Ihnen ein anderes Format oder andere Kriterien anraten, dann verwenden Sie natürlich dieses. Wir würden uns aber jedenfalls freuen, wenn Sie uns Feedback geben was wir an unserem Stuhltagebuch noch verbessern können.

Bei aller Liebe zur deutschen Gründlichkeit und zum detaillierten Führen von Protokollen, bei Beschwerden sollten Sie jedenfalls nicht darauf  warten bis Sie ein ausreichendes Tagebuch geführt haben, sondern lieber gleich zum Arzt gehen. Das führt uns auch schon zur nächsten Frage: 

Welche Lebensmittel sollte ich bei Verstopfung meiden?

Wenn Sie an Verstopfung leiden, dann sollten Sie die folgenden Lebensmittel eher meiden: 

  • Alkohol
  • Schokolade und andere Süßigkeiten
  • Fleisch und Wurst
  • Lebensmittel mit einer Vielzahl an Konservierungsmitteln
  • Weißes Mehl – Weißbrot, Nudeln und Kekse
  • Weißer Reis
  • Fast Food
  • Unreife Bananen
  • Unreife Kakis
  • Milchprodukte

Mehr Infos, Erklärungen und Alternativen gibt es unter Welche Lebensmittel sollte ich bei Verstopfung meiden?

Wann sollte ich bei Verstopfung zum Arzt gehen?

Auch wenn manche Hausmittel seit Jahrhunderten bewährt sind, lassen Sie sich im Vertrauen auf Hausmittel, bei Beschwerden keinesfalls davon abhalten zum Arzt zu gehen. Hören Sie – im wahrsten Sinne des Wortes – auf Ihren Bauch.

Es gibt zusätzlich einige spezielle Warnsignale, – wenn sie in Verbindung mit einer Verstopfung auftreten – bei denen man auf alle Fälle sofort einen Arzt aufsuchen sollte:

  • Blut im Stuhl
  • starke (Bauch-)Schmerzen
  • ungewollter Gewichtsverlust
  • plötzliches Auftreten und Anhalten über mehrere Tage
  • Verstopfung in Kombination mit Durchfall (die Einnahme von Medikamenten könnte dazu führen)
  • Verstopfung in Kombination mit Erbrechen
  • Fieber / Fieberschübe
  • usw.

An dieser Stelle wollen wir von der Redaktion darauf hinweisen, dass wir uns zwar der Aufklärung und Erweiterung des Gesundheitsbewusstseins verschrieben haben, aber die Informationen auf dieser Website dürfen keinesfalls als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete Ärztinnen und Ärzte angesehen werden. Der Inhalt von verstopfung-hausmittel.eu darf nicht dazu verwendet werden, eigenständig Diagnosen zu stellen, Behandlungen zu beginnen oder abzusetzen.

Wie viele Menschen leiden eigentlich an Verstopfung?

Es wird geschätzt, dass etwa 15 bis 30% der Deutschen und Österreicher regelmäßig an Verstopfung leiden. Die Schätzungen gehen weit auseinander, weil viele Menschen aus falscher Scham häufig nicht über das vermeintlich peinliche Thema reden wollen. Wie die Zahlen zeigen, ist man als Betroffener aber keineswegs allein.

Während die meisten Eltern über Verstopfung bei Kleinkindern und Babys erzählen können, ist die chronische Verstopfung vor allem bei der älteren Generation stärker verbreitet. Auch Frauen sind hormonell bedingt etwas häufiger betroffen als Männer.

Verstopfung in anderen Ländern

In den oberen Absätzen haben wir vor allem Hausmitteln aus unseren Breiten genannt. Während in der westlichen Schulmedizin die Zusammenhänge zwischen der Verdauung und der allgemeinen Gesundheit erst langsam mehr Beachtung finden, ist die Beschäftigung mit der Verdauung im Allgemeinem und Verstopfung im Speziellen auch aus anderen medizinischen Traditionen nicht wegzudenken, wobei diese meist einen vorbeugenden Ansatz verfolgen. Jede Region der Welt brachte Haus- und Heilmittel auf Basis der lokalen Tier- und Pflanzenwelt hervor. 

Verstopfung in der TCM

In der TCM spielt die Verdauung seit jeher eine große Rolle. Dabei sind die Organe Magen (die Mitte unseres Körpers), Dünndarm und Dickdarm ganz wesentlich. Diese extrahieren aus der Nahrung alle wertvollen Stoffe, speichern sie als Qi, unserer Lebensenergie, im Körper.

Verstopfung wird laut TCM vor allem durch Hitze oder Trockenheit im Körper ausgelöst. Diese Trockenheit wird durch falsche Ernährung oder Stress ausgelöst und geht oft mit anderen unangenehmen Begleiterscheinungen wie trockener Haut, Mundgeruch oder Schwindel einher. 

Verstopfung im Ayurveda

Im Ayurveda ist die Verstopfung als Grundleiden bekannt. Ayurveda lehrt, dass der Körper nur gesund sein kann, wenn auch die Verdauung gesund ist. Daher kommt dem Magen-Darm Trakt eine ganz besondere Bedeutung zu. Eine gestörte Verdauung wird als Frühindikator für zukünftige Beschwerden gesehen.

Ayurveda legt dabei nicht nur einen Fokus auf das “was” wir essen, sondern auch “wie und wann” wir essen. Man soll etwa nicht im Stress oder beim Gehen essen. Die Zusammensetzung des Essens sollte aus unterschiedlichen Konsistenzen und unterschiedlichen Geschmacksrichtungen bestehen. Zwischen Mahlzeiten sollten Pausen eingehalten werden. Ebenso sind Fastenkuren im Ayurveda bekannt. 

Verstopfung in der afrikanischen Volksmedizin

In der afrikanischen Volksmedizin ist die Verdauung zwar auch ein wesentlicher Bestandteil, Verstopfung ist dort allerdings weit weniger verbreitet. Immerhin handelt es sich bei der Verstopfung oft um eine Zivilisationskrankheit, die sich durch ballaststoffreiche Ernährung. Als Mittel afrikanischen Ursprungs wird gegen Verdauungsbeschwerden oft die pulverisierte Rinde des Okoubaka (ein westafrikanischer Urwald-Riese, der auch als Todesbaum bekannt ist) empfohlen. 

Wo kann ich mehr über das Thema Verstopfung lesen?

Zwei Bücher, die ich jedem zum Thema Verstopfung empfehlen kann, sind:

Der Kauf über den Link kostet nicht mehr als direkt bei Amazon und unterstützt verstopfung-hausmittel.eu dabei euch weiterhin wissenswerte Tipps bei Verstopfung zu präsentieren.

 

… und weil auch bei einem eigentlich ernsten Thema der Humor nicht fehlen darf, vielleicht hier noch zwei Links zur Aufheiterung: