Pflaumen gegen Verstopfung

Pflaumen gelten schon lange als wirksames Hausmittel bei Verstopfung. Schon bei den alten Griechen und Römern war die verdauungsfördernde Wirkung bekannt. So schrieb der römische Dichter Martial vor etwa 2000 Jahren: “Nimm Pflaumen für des Alters morsche Last, denn sie pflegen zu lösen den hartgespannten Bauch”.

Bei uns beginnt die Saison im etwa im Juli und geht dann bis Ende September oder Anfang Oktober. Im Supermarkt bekommt man die Pflaumen aber natürlich praktisch ganzjährig aus aller Welt. Mit ein bisschen Glück haben Sie sogar noch selber einen alten Baum im Garten – im ländlichen Niederösterreich beispielsweise hatte das bis vor ~30 Jahren noch fast jeder. Die Pflaumen aus dem eigenen Garten schmecken natürlich am Besten.

Wie wirken Pflaumen gegen Verstopfung?

Mit 1,4g Ballaststoffen auf 100g haben Pflaumen einen nicht zu vernachlässigenden Anteil an Ballaststoffen, wobei sie mit Äpfeln (ca. 2,4g) und Birnen (ca. 2,9g) nicht ganz mithalten können. Trotzdem wurde in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen, dass Pflaumen eine positive Auswirkung auf die Stuhlmenge und -häufigkeit von Menschen mit Verstopfungsbeschwerden haben. Eine weitere Erklärung könnte die in den Pflaumen enthaltene Fructose sein. Diese wirkt in größeren Mengen ebenfalls abführend.

Warum sind so Pflaumen gesund?

Pflaumen enthalten eine gute Mischung an Vitaminen und Mineralstoffen und Spurenelementen, beispielsweise wie Kalium, Calcium, Eisen, Zink und Magnesium und die Vitamin A, Vitamine C und E und unterschiedliche B-Vitamine (B1, B2, B3, B5, und B6).

Neben der positiven Wirkung auf die Verdauung werden Pflaumen noch weitere positive gesundheitliche Effekte nachgesagt, so etwa:

  • Pflaumen sind gut für die Nerven
  • Pflaumen senken das (Darm-)Krebsrisiko (Quelle)
  • Pflaumen halten Gefäße elastisch
  • Pflaumen senken den Cholesterinwert

Pflaume oder Zwetschge?

Oft wird behauptet, dass Pflaumen und Zwetschgen nur unterschiedliche Bezeichnungen in Deutschland und Österreich sind. Während tatsächlich in Österreich kaum jemand das Wort Pflaume in den Mund nimmt (außer als eher scherzhafte Beleidigung einer Person “Du Pflaume”), sondern eher von Zwetschgen spricht, gibt es doch einen kleinen Unterschied. Beide gehören zur Gattung der Prunus, doch die Pflaume ist eher rundlich und hat ein festeres Fruchtfleisch. Die Zwetschge ist länglicher/oval und löst sich, wenn sie reif ist, leichter vom Kern.

Kriecherl, Mirabellen, Ringlotten

Auch die Kriecherl, Mirabellen und Ringlotten sind Unterarten der Gattung Prunus.

  • Die Kriecherl sind eine der ursprünglicheren Wildobstsorten. Sie können farblich je nach Region variieren, neben blau kommen sie auch beispielsweise in gelb-grün. Kriecherl haben unter den genannten Arten den geringsten Zuckeranteil, dafür aber mehr Fruchtsäure. Das verleiht ihnen einen leicht säuerlichen Geschmack. Wer das nicht mag, kann sie auch einkochen oder zu Marmeladen verarbeiten – auch wenn die aufgezuckerte Marmelade dann nicht mehr als gesundes und verdauungsförderndes Hausmittel durchgeht.
  • Ringlotten sind eine veredelte Sorte. Sie wurden auf Größe und Süße gezüchtet. Dadurch haben sie einen höheren Zuckergehalt.
  • Mirabellen sind ebenso eine veredelte Sorte. Sie sind etwas kleiner als die Ringlotten (eher wie Kriecherl), aber sehr süß und aromatisch. Farblich kommen sie meist gelb daher.

Wie gut sind Trockenpflaumen gegen Verstopfung?

Durch den geringeren Wasseranteil haben Trockenpflaumen haben auf 100g natürlich mehr Ballaststoffe (ca. 12g) als die frischen Pflaumen. In der oben genannten Studie wurden auch Trockenpflaumen verabreicht und als äußerst wirksam gegen Verstopfung beschrieben. Durch den fehlenden Wasseranteil enthalten die getrockneten Pflaumen (oder Trockenfrüchte im allgemeinen) aber auch viel Zucker und verlieren etwas an Vitaminen. Als Hausmittel gegen Verstopfung sind sie also zu empfehlen, aber langfristig wollen Sie doch lieber bei frischem Obst bleiben. Ein paar Tipps gibt es unter Bestes Obst gegen Verstopfung.

Wie gut ist Pflaumensaft gegen Verstopfung?

Naturtrüber Pflaumensaft ist ein wunderbares Hausmittel gegen Verstopfung. Es wird auch oft bei Verstopfung von Babys und Kleinkindern angewendet, wobei man darauf achten sollte, dass man sich vorsichtig an die Verträglichkeit des eigenen Kindes herantastet. Egal ob bei Kindern oder Erwachsenen, Pflaumensaft sollte man besser verdünnt als Schorle trinken. Ein gutes Verhältnis ist üblicherweise 3:1 oder 4:1, oft steht das aber auch auf der Flasche selber präziser. Beim Pflaumensaft gilt ähnlich wie bei den Trockenpflaumen, dass man den Zuckeranteil nicht unterschätzen sollte. Als Hausmittel gegen Verstopfung zu empfehlen, aber langfristig wollen Sie doch lieber ungesüßte Getränke zu sich nehmen wie Tees gegen Verstopfung oder Mineralwasser gegen Verstopfung.

Wie gut ist Slivovitz gegen Verstopfung?

Der gefürchtete Slivovitz, den man damals im Yugoslawien Urlaub nach dem Essen bekommen hat oder den der Kollege vom Balkan (Serbien und Rumänien gehören übrigens zu den größen Pflaumen Produzenten weltweit) mitgebracht hat, ist ein aus Pflaumen hergestellter Schnaps. Dass er bei der Verdauung nach fettigem Essen helfen soll, ist allerdings leider ein Mythos. Im Gegenteil, der Körper muss sich nun auf den Abbau von Alkohol konzentrieren statt die Verdauung anzustoßen.

Es gibt allerdings sehr wohl Menschen, die auf übermäßigen Alkoholgenuss mit Durchfall oder flüssigem Stuhl am nächsten Tag reagieren. Das kommt meist von einer Reizung der Dünndarmschleimhaut. Von dieser Methode der Bekämpfung von Verstopfung raten wir explizit ab! Sie wollen ja nicht den Teufel mit dem Belzebub austreiben!

Rezepte mit Pflaumen

Um Pflaumen in seinen Speiseplan einzubetten, bieten sich ein paar Varianten an:

  • Marokkanisches Couscous mit Kichererbsen und Dörpflaumen (zum Rezept)
  • Paprika-Gemüse mit gelben Pflaumen (zum Rezept)
  • Selbstgemachtes Pflaumenmus (zum Rezept)
  • Pflaumen-Tamarinden-Chutney (zum Rezept)

Sie können die frischen oder getrockneten Pflaumen aber auch einfach so essen 🙂

Pflaumen schmecken mir nicht – gibt es Alternativen?

Falls einem Pflaumen nicht schmecken, dann ist das für uns als Pflaumenfans zwar schwer zu verstehen, aber es gibt eine ganze Menge ballaststoffreicher Alternativen:

  • Feigen (ca. 2,9g Ballaststoffe auf 100g)
  • Birnen (ca. 2,9g Ballaststoffe auf 100g)
  • Äpfel (ca. 2,4g Ballaststoffe auf 100g)
  • Pfirsiche (ca. 1,5g Ballaststoffe auf 100g)
  • Aprikosen / Marillen (ca. 1g Ballaststoffe auf 100g)

Sie können auch den Artikel Bestes Obst gegen Verstopfung lesen. Da bekommen Sie noch ein bisschen mehr Inspiration gegen Obstipation.

 

 

2 thoughts on “Pflaumen gegen Verstopfung

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