Chili gegen Verstopfung

Als Chilis bezeichnen wir die Schoten der Capsicum Pflanze. Sie stammen ursprünglich in Mittel- und Südamerika und wurden durch die Europäischen Entdecker nach Europa gebracht. Vermutlich entwickelten sich die Capsicum Pflanzen davon unabhängig auch in vielen Teilen Südost Asiens und auf den Gewürzinseln. Die Geschichte der Chilis ist überraschend interessiert, wir interessieren uns hier allerdings stärker für ihre gesundheitliche und vor allem verdauungsfördernde Wirkung.

Warum sind Chilis gesund?

Die charakteristische Schärfe erhalten Chilis durch den – vom Namen der Pflanze abgeleiteten – Inhaltsstoff Capsaicin. Darüber hinaus enthalten Chilis noch eine Menge an Vitamin C. Mehr als in den meisten Zitrusfrüchten. Etwa vierfache emfpohlene Tagesdosis  auf 100g. Aber wer isst schon 100g Chilis, um auf eine solche Menge zu kommen? Die positiven Wirkungen werden also in erster Linie dem Capsaicin zugeschrieben und diese positiven Wirkungen sind viele. So sagt man den Chilis nach, dass sie:

  • entzündungshemmend,
  • antibakteriell und
  • antioxidativ wirken
  • Schmerzen lindern
  • den Appetit zügeln
  • die Fettverbrennung ankurbeln
  • das Immunsystem stärken

Sie sollen – so sagt man – bei unterschiedlichsten Beschwerden helfen wie etwa Kreislaufbeschwerden, Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck, Migräne, Gürtelrose, Blähungen und natürlich Verstopfung.

Wie wirken Chilis gegen Verstopfung?

Das Capsaicin brennt nicht nur im Mund, sondern auch im Magen und Darm. Wenn man es nicht gleich übertreibt, dann spürt man hier keine Schmerzen, doch der Darm wird dadurch “motiviert” die reizenden Chilis wieder und die Darmentleerung zu beschleunigen. Durch die antibakterielle Wirkung soll dabei der Darm auch noch von ungebetenen Gästen gereinigt werden.

Doch Vorsicht, wenn Sie scharfes Essen nicht gewohnt sind, dann beginnen Sie mit moderaten Dosen, sonst könnten Sie schnell das gegenteilige Problem auslösen. Viele Menschen reagieren mit Durchfall auf scharfes Essen.

Wie scharf ist scharf?

Der Schärfegrad der Chilis wird in Scoville gemessen. Diese reichen von ein paar Hundert Scoville für die Paprika, die wir ganz gemütlich in Sommersalaten essen bis zu etwa 350.000 Scoville für die scharfen Habaneros. Diese isst man dann höchstens noch in Scharf-Ess-Wettbewerben roh, sondern verwendet sie eher zum Kochen und Würzen.

Das mexikanische Chili con Carne hat seinen Namen nicht von ungefähr bekommen. Reichhaltig mit Chilis gewürzt, ist es natürlich ein lateinamerikanischer Klassiker, der sich auch bei uns großer Beliebtheit erfreut (Achtung: das Hack/Faschierte ist bei Verstopfung keine so gute Idee, besser sein Chili nur mit Bohnen oder Tofu zubereiten). Die Mexikaner verwenden eine Menge unterschiedlicher Chilisorten, darunter die bei uns bekannte Jalapeno, die auch noch durchaus essbar ist. Die Habaneros sind als besonders scharfe Sorte ebenfalls bekannt, aber Achtung, viel mehr als eine Messerspitze und das Gericht wird für den “Standard-europäischen-Gaumen” kaum noch erträglich.

Obwohl sie für uns Europäer immer noch scharf sind, hat man wohl mehr “Spaß” mit den Thai Chilis oder Birds Eye Chilis. Die Thais verwenden die frischen Chilis mehr oder weniger klein geschnitten auch auf Papaya-Salaten oder Salaten mit Meeresfrüchten. Wenn man nicht an scharfes Essen gewohnt ist, dann sollte man in seinem Lieblings-Thai Restaurant besser auch sagen, dass man es nur ein kleeeeeeines bisschen scharf möchte; wenn man aber gerne scharf ist, dann sind ein oder zwei die Thai Chilis im Essen schon noch verträglich.

Apropos Thailand Urlaub, für Menschen mit Reiseverstopfung empfehlen wir mal einen Blick in Hausmittel gegen Verstopfung im Thailand Urlaub zu werfen.

Frisch, getrocknet und als Pulver

Chilis lassen sich recht gut lagern. Frisch oder im Kühlschrank halten sie eine Weile. Sie lassen sich auch trocknen und dann als ganzes oder zermahlen als Pulver lange Zeit aufbewahren. Seien Sie vorsichtig beim selber Trocknen im Backofen, da sie damit feinsten Chili-Staub aufwirbeln und ihr nächster Kuchen dann eine ungewöhnliche Note bekommen könnte.

Haben Sie auch keine Sorge, wenn sie ein größeres Bündel Chilis kaufen und nicht planen alle gleich zu verwenden. Sie können diese auch im Gefrierschrank einfrieren. Dann lassen sie sich immer noch verwenden.

Man kann Chili-Pulver auch in einen Gemüsesaft einrühren, um noch einen zusätzlichen verstopfungslösenden Wirkstoff einzubringen. Dazu eignen sich geschmacklich gut Tomatensaft oder eine Mischung aus Tomaten-, Karotten. und Sauerkrautsaft.

Chilis brennen immer zwei Mal! Kann man da etwas dagegen tun?

Ja, natürlich. Einen Trick, den viele beim Essen von Chilis schon kennen, ist diese mit entweder etwas fetthaltigem wie Milch (Achtung: Milch ist bei Verstopfung eher kontraproduktiv) zur kombinieren oder mit einem Stück Brot zu essen. Auch wenn es verlockend klingt, lassen Sie die Finger von Wasser oder anderen Flüssigkeiten, damit verteilen Sie die Schärfe nur noch mehr im Mund.

Genau so wie Chilis durch das vorhandene Capsaicin die Mundschleimhaut reizt (es brennt), reizen sie auch die Analschleimhaut am Ausgang des Enddarms. Dort gibt es auch eine Menge empfindliche Schmerzrezeptoren.  Um dem vorzubeugen, können Sie im Wesentlichen das gleiche tun wie dem Brennen im Mund vorzubeugen. Verzehren Sie Chilis mit (oder kurz vor) Speisen, die das Capsaicin binden, wie Reis, Milch oder Kakao. Leider gilt: wenn Sie versuchen die unangenehme Wirkung des Capsaicin “auszuschalten”, dann eliminieren Sie natürlich auch teilweise den gewünschten Effekt.

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